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Viel Sonne, hohe Temperaturen, kein Regen: Das beständig warme Wetter freut die Menschen in Europa einerseits, andererseits bringen die knochentrockenen Felder so manchen Landwirt an den Rand der Existenznot. Schon die Getreideernte, die vor einigen Wochen begonnen hat zeigt, dass die Erträge teils dramatisch schlecht ausfallen. In Niedersachsen wird nur die Hälfte der Erträge eines Durchschnittsjahres erreicht, in den ostdeutschen Bundesländern oft nur ein Drittel. Auch das Futtermittel für die Tierzucht wird in vielen Regionen Norddeutschlands knapp. Die Grasernte verlief vielerorts unterdurchschnittlich und auch der Mais zeigt bereits massive Trockenschäden.

 

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Grafik 1: Aktuelle Trockensituation in Deutschland im Oberboden bis 25cm Tiefe (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ)

 

Auch die Emsland Group sieht mit Sorge auf die anhaltende Trockenheit in den wichtigen Kartoffelanbaugebieten Niedersachsens, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Grafik 1 zeigt die Trockensituation in Deutschland. Im Bereich der schwarzen Umrandung befinden sich die Anbauregionen, die die Werke der Emsland Group mit Rohstoff versorgen. Hier gibt es viele Regionen, die seit Ende April keine nennenswerten Niederschläge verzeichnen konnten.

„Viele Kartoffelpflanzen haben wegen des Trockenstresses kaum Töchterknollen angelegt. Selbst wenn diese Knollen ihre normale Größe bei einsetzenden Niederschlägen noch erreichen sollten, fehlt am Ende die Stückzahl und damit ist der kalkulierte Ertrag bei Weitem nicht mehr zu erzielen“, weiß Sebastian Riekert vom Rohstoffeinkauf der Emsland Group. Zwar können einige Landwirte je nach Region ihre Kartoffeln beregnen, doch gerade bei Hitzeperioden über 25°C ist bei Kartoffeln kein Knollenzuwachs möglich. Die Pflanze wird dann durch die Beregnungsmaßnahmen nur noch am Leben gehalten.

Als wichtigster Abnehmer für Stärke- und Verarbeitungskartoffeln in den Regionen hoffen wir zusammen mit unseren Erzeugern auf eine baldige Änderung des Wetters. Aufgrund der zu erwartenden Ernteausfälle geht die Unternehmensgruppe heute schon von Engpässen in ihrer Versorgung aus. Eine eingeschränkte Lieferfähigkeit des Unternehmens kann daher nicht mehr ausgeschlossen werden.

 

 

Die Dürre ist in ganz Europa zu spüren

Das anhaltend trockene Wetter ist auch in ganz Europa ein Problem. Seit Monaten leiden weite Teile Mittel- und Nordeuropas unter einer extremen Dürre. Neben verheerenden Waldbränden ist auch hier mit hohen Ernteausfällen zu rechnen.

 

Karte Europa

(Quelle: de.euronews.com)

 

Grund für das heiße Wetter seit Frühling ist ein Hochdruckgebiet, das sich über weite Teile Nordeuropas, von Irland über Großbritannien bis nach Skandinavien hält. An diesem Hoch prallen die Tiefs mit Regen und kühlerer Luft ab. Nur vereinzelt gab es mal Schauer. Tiefdruckgebiete um das Hoch herum haben dagegen zunächst ungewöhnlich viel Regen nach Südeuropa gebracht.