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HölscherErdöl und manche Erdölprodukte gefährden das Grundwasser. Wie Schäden behoben werden können, haben Fachleute der Firma Hölscher Wasserbau aus Haren bei einem Vortrag beim Förderverein Erdölmuseum Twist erklärt.

 

Josef Teiken, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung und Verfahrenstechniker Sascha Schulte beschrieben am Beispiel von Projekten, wie die Experten für ihre Kunden spezielle Lösungen für deren Probleme erarbeiten. Als Erstes schilderte Teiken ein klassisches Problem der Mineralölwirtschaft. Beim Vopak Dupeg Terminal Hamburg werden im Hafen Mineralölprodukte zwischen Schiff, Eisenbahn und Lkw umgeschlagen. Das ablaufende Regenwasser wurde vorgereinigt in ein Siel der Stadt Hamburg abgegeben, die die hohen Kosten für die Nachbehandlung in Rechnung stellte. Zielvorgabe an Hölscher Wasserbau war es, das aus den Ölabscheidern kommende Wasser so nachzubehandeln, dass es den strengen Normen für eine Einleitung in den Fluss Rethe genügt.

 

Verfahrenstechniker Schulte beschrieb, wie dies in Hamburg mit einem ausgeklügelten Filtersystem gelungen ist. Die Genehmigungsbehörden verlangten hohe Sicherheitsvorkehrungen und nahmen wöchentlich Proben, bevor ab dem 1. Februar 2018 die Einleitung in die Rethe genehmigt wurde. Teiken ergänzte, dass das gereinigte Wasser auch als Brauchwasser genutzt werden kann.

 

Sanierung WTD 91

Schulte betreut die Grundwassersanierung auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 91) in Meppen. Hier war durch eine Panne die gefährliche Chemikalie Trichlorethen in großer Menge ausgetreten. Als „extrem hoch“ bezeichnete Schulte die Belastung. Im Grundwasser breitete sich die Verschmutzung in Richtung Meppen-Borken aus, wie Proben aus Prüfbrunnen ergaben. Auf dem WTD-Gelände wird deshalb seit 2007 Wasser aus dem oberen Grundwasserleiter abgepumpt und gereinigt. 2017 wurden bei Borken vier Brunnen in den zweiten Grundwasserleiter niedergebracht.

(https://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/992069/grundwassersanierung-in-meppen-kommtvoran#gallery%260%260%26992069) Das Wasser daraus wird gereinigt und versickert. Denn in die natürlichen Grundwasserverhältnisse soll nur so wenig wie nötig eingegriffen werden. „Es läuft bis jetzt hervorragend“, meint der Verfahrenstechniker.

 

Torf und Sand

Bei der Erschließung des Gewerbegebiets Neuland 23 in Hamburg fanden die Spezialisten aus dem Emsland eine Lösung für ein aus der Heimat bekanntes Problem. Unter den 25 Hektar Fläche befindet sich eine Torfschicht von bis zu sechs Metern Mächtigkeit. Die Idee aus Haren lautet, diese Torfschicht durch Wasserentzug zu verdichten, während gleichzeitig oben Sand aufgebracht wird, auf dem das abgepumpte Wasser versichert wird. Dadurch wird eine Grundwasserabsenkung vermieden. Die Verdichtung der Torfschicht bringe eine ausreichende Tragfähigkeit für Gebäude und Verkehrsflächen, erklärte Teiken. Allerdings ist das Wasser aus der Torfschicht stark eisenhaltig, was eine Versickerung in der aufgebrachten Sandschicht eigentlich ausschließt. Ausgefällt wird das Mineral in großen Becken kostengünstig mit einem nachwachsenden Rohstoff — Kartoffelstärke. Dieses Verfahren habe Hölscher gemeinsam mit der Firma Emsland-Stärke GmbH aus Emlichheim entwickelt, berichtete Teiken.

 

Das Verfahren aus dem Hamburger Gewerbegebiet führte zu der Frage, ob dies eine Lösung für Straßen im Emsland sein kann. Denn unter anderem wellt sich die Fahrbahn der Landesstraße 47 in Twist wegen der im Straßendamm liegenden Torfschicht. Teiken meint, dass man dies prüfen könne.

 

Die Firma Hölscher betreibt in Haren zur Entwicklung neuer Verfahren ein Testfeld. Eines ist hier aufgefallen, sagte Teiken, die Grundwasserqualität verschlechtere sich durch Nitrat aus der Düngung. Noch habe das Trinkwasser im Emsland „Top-Qualität“ aber man werde die Nitratbelastung vermindern müssen um diese guten Werte auch künftig gewährleisten zu können.

 

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