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Die Emsland-Stärke GmbH in Emlichheim zahlt Kartoffelanbauern für die Ernte des vergangenen Jahres mehr Geld als ursprünglich geplant. Der Konzern hofft in den kommenden Wochen auf ausreichend Regen, damit auch die Ernte in diesem Jahr positiv ausfällt.

 

Die Emsland-Stärke GmbH hat das Wirtschaftsjahr 2016/17 besser abgeschlossen als gedacht. Der Konzern sieht sich damit in der Lage, den Bauern für die im vergangenen Jahr gelieferten Kartoffeln mehr Geld zu zahlen, als vertraglich vereinbart worden war. Mit dieser nachträglichen Erhöhung der Rohstoffpreise will die Emsland Group ihre Basis stärken. Dies gelte sowohl für die Vertragsmengen der Emsland-Stärke GmbH, die Kartoffelstärke herstellt, als auch der Tochtergesellschaft Emsland-Food GmbH, die Kartoffelflocken produziert.

 

Insgesamt will die Unternehmensgruppe für die Vertragsmengen des vergangenen Jahres nun einen Preis von „deutlich mehr als 80 Euro pro Tonne“ auszahlen. Die Erhöhung liege im Vergleich zum Vorjahr bei gut 15 Euro und ergebe sich jeweils zur Hälfte aus einem höheren Stärkegehalt und einer Preiserhöhung. Bei den Kartoffeln für den Firmenzweig Emsland Food liege dieser Preis aufgrund zusätzlicher Qualitätsanforderungen und längerer Lagerperioden noch höher, die Rede ist von weiteren 3 Euro. Zusätzlich will der Konzern nach Beschluss durch die Hauptversammlung im Januar eine Dividende aus dem Unternehmensergebnis zahlen. Die Höhe der Ausschüttung soll im Dezember festgelegt werden. „Hiermit trägt das Unternehmen dazu bei, die stetig steigenden Kosten der Erzeuger im Kartoffelanbau zu kompensieren.“

 

Insgesamt habe die Emsland Group die Vertragsmengen für das laufende Anbaujahr 2017 vor allem im Flocken- und Granulatbereich im dritten Jahr in Folge erhöhen können. „Das Unternehmen ist mit dieser Entwicklung zufrieden und dankt seinen Erzeugern, die gleichzeitig Eigentümer des Unternehmens sind, für diese Entwicklung."

 

Sommer im Westen Deutschlands zu trocken

Das Wachstum der Kartoffeln im Anbaujahr 2017 stellt sich laut Unternehmensgruppe unterschiedlich dar. Im Gegensatz zu den Anbaugebieten in der Mitte und im Osten Deutschlands, wo die Kartoffeln durchschnittlich bis gut stünden, litten die Bestände im Westen Deutschlands an der lang anhaltenden Trockenheit, die erst in den vergangenen Wochen durch erste Regenfälle unterbrochen wurde. „Das Wetter von Juli bis September wird eine entscheidende Rolle bei der Beantwortung der Frage spielen, ob der jetzige Rückstand in der Entwicklung der Pflanzen aufgeholt werden kann“, berichtet der Konzern.

Eine enttäuschende Ernte, die unter dem Durchschnitt liege, würde die Marktlage verschärfen. Denn die europäischen Vorräte an Kartoffelstärke und den daraus hergestellten Produkten sowie Flocken und Granulat seien knapp – und das bei einer hohen Nachfrage nach Kartoffelprodukten. Um diese Nachfrage bedienen zu können, arbeite die Emsland Group daran, die Rohstoffbasis auszubauen. „Kartoffeln sind im Vergleich zu anderen Anbaukulturen eine sehr interessante Frucht und dürften gerade auch für Neueinsteiger ein interessanter neuer Wirtschaftszweig sein."