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(Berlin) - Der Anbau von Stärkekartoffeln gehört in Deutschland zu einer der wichtigsten Produktionsrichtungen innerhalb des Kartoffelsektors. Zwar ist die Fläche diesjährig nochmals zurückgegangen auf bundesweit nur noch rund 55.000 Hektar. Gemessen am Gesamtsektor stellt der Stärkebereich aber immer noch mehr als ein Fünftel des hiesigen Kartoffelmarktes. "Wir glauben auch weiterhin an die Zukunft der Stärkekartoffel in Deutschland", so Gebhard Bakker, Vorsitzender des Bundesverbandes der Stärkekartoffelerzeuger e.V. (BVS) anlässlich eines Pressegespräches am 3. September auf der PotatoEurope 2014 im niedersächsischen Bockerode bei Springe. "Auch wenn wir uns von der Agrarpolitik im Stich gelassen fühlen, kämpfen wir an der Seite der Stärkefabriken für unseren Produktionsstandort. Europa ist Marktführer im globalen Stärkekartoffelmarkt und Deutschland Marktführer in Europa. So soll es auch bleiben", betonte Bakker.

Auf der europaweit bedeutendsten Messe für Kartoffelprofis nutzte der BVS als Mitaussteller auf dem Gemeinschaftsstand der Deutschen Kartoffelwirtschaft unter dem Dach der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA) die Möglichkeit, für die Stärkekartoffel zu werben. "Vor allem auf leichten Standorten mit wenig Anbaualternativen ist die Stärkekartoffel eine wichtige Fruchtart und Einkommensquelle für die Landwirte. Qualitativ liegt das Hauptaugenmerk der Fabriken auf gesunder, sauberer Ware mit hohen Stärkegehalten, wobei Stärkezusammensetzung und Proteingehalt zunehmend an Bedeutung gewinnen", so der Vorsitzende. "Für uns Landwirte ist aber nicht nur die Leistungsfähigkeit einer Kartoffelsorte maßgeblich, sondern vor allem auch ihre Resistenzeigenschaften. Gerade in Deutschland steht dem Produzenten hierfür eine breite Palette an Stärkesorten zur Verfügung", unterstrich Bakker.

Der BVS nutzte in Bockerode auch die Gelegenheit, die bestehenden Wettbewerbsnachteile im Stärkekartoffelsektor für den hiesigen Standort anzumahnen. Während andere EU-Länder die nach dem Ende der Stärkemarktordnung entkoppelten, aus dem Stärkesektor kommenden Ausgleichszahlungen auch weiterhin als Top up an aktive Produzenten ausbezahlen würden (z.B. in den Niederlanden, Dänemark, Österreich), gehen die deutschen Landwirte leer aus. Die Stärkeprämien wurden hier zu Lande umverteilt und in die Betriebsprämie einbezogen. Teilweise werden in der EU sogar wieder gekoppelte, d.h. an die Stärkekartoffelproduktion gebundene Prämien (z.B. in Frankreich) gezahlt. Hinzu kommen länderspezifische Förderungen in anderen Bereichen der Kartoffelerzeugung.
"Das sind erhebliche Liquiditätsvorteile über viele Jahre, in der Größenordnung von bis zu 800 Euro pro Hektar und Jahr, ohne die die deutschen Landwirte zurechtkommen müssen. Wir fordern daher von der Politik, dass im Europäischen Kartoffelsektor so schnell wie möglich wieder Wettbewerbsgleichheit hergestellt wird", hob Bakker hervor.

Im Umfeld der diesjährigen PotatoEurope, am 4. September 2014, führte der BVS auch seine Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen durch. Gebhard Bakker (Erzeuger-gemeinschaft Stärkekartoffeln im Emsland r.V.) wurde dabei einstimmig als Vorstands-mitglied des Stärkeverbandes bestätigt. In den neuen dreiköpfigen Vorstand wählten die BVS-Delegierten darüber hinaus Hermann Deuling (AVEBE-Bezirk Weser-Ems); er wurde einstimmig im Amt bestätigt. Neu aufgenommen wurde Albert BERG (Südstärke Kartoffel-liefergenossenschaft e.G.). Er tritt die Nachfolge von Dominikus Schlecht an, der sich nach Jahrzehnte langer aktiver Verbandsarbeit altersbedingt zurückzieht. Der neue BVS-Vorstand bestätigte aus seiner Mitte Gebhard Bakker zum alten und neuen Vorsitzenden.


Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Stärkekartoffelerzeuger e.V. (BVS), c/o Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA)
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