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Viele Unternehmen klagen über Fachkräftemangel. Bei der Emsland-Stärke in Emlichheim versucht man gegenzusteuern. Dazu gehören kostenlose Taxifahrten für die Chemikanten-Azubis zur Berufsschule.

 

In der ländlich strukturierten Niedergrafschaft fällt es dem Unternehmen schwer, alle Bereiche in der Produktion mit genügend Auszubildenden zu besetzen. Dabei geht es nicht etwa um hoch spezialisierte Akademiker. Größtes Sorgenkind ist der Beruf des Chemikanten, der in der Produktion in der Regel als „Anlagenfahrer“ tätig ist. Die Zielgruppe bilden hier jugendliche Absolventen von Haupt- und Realschule.

 

Eines der größten Mankos für eine Ausbildung zu Chemikanten ist offenbar die einjährige Berufsfachschule, mit der die Interessierten im ersten Jahr als Vollzeitunterricht starten müssen. Für diesen Zeitraum wird bereits ein Vorvertrag mit dem Unternehmen unterschrieben, aber es wird noch keine Vergütung gezahlt. Beim Übergang von Berufsfachschule zum Unternehmen, der als Start in das zweite Lehrjahr gilt, gibt es derzeit ein Einstandsgeld von 600 Euro. Die Ausbildungsvergütung liegt dann bei monatlich etwa 840 Euro. Eine Arbeitsgruppe bei der Emsland-Stärke lotet derzeit aus, ob man das noch verbessern kann.

Doch die Schwierigkeiten beginnen für die 16- und 17-jährigen Auszubildenden bereits beim Besuch der einjährigen Berufsfachschule in Lingen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind die Schüler für den Hin- und Rückweg jeweils zweieinhalb Stunden unterwegs. Hier hat das Unternehmen erst einmal Abhilfe geschaffen. Die Auszubildenden, die einen Vorvertrag mit der Emsland-Stärke abgeschlossen haben, werden an Sammelpunkten in der Niedergrafschaft von einem Sammeltaxi abgeholt und kostenlos zur Schule und nachmittags wieder in die Grafschaft chauffiert. Für die Jugendlichen bedeutet das eine Ersparnis von Zeit und Geld.

 

 

Hoher Bedarf an Chemikanten

 

Dazu unterstützt das Unternehmen die Auszubildenden bei der Beschaffung von Büchern und anderen Lernmittel. Um das Fachkräfteproblem bei den Chemikanten zu lösen, soll nach dem Vorschlag der unternehmensinternen Arbeitsgruppe auch die Abschlussnote 3 bei der Berufsfachschule im Unternehmen als Übernahmevoraussetzung fallen. Künftig soll hier die bestandene Prüfung ausreichen.

 

„Die Emsland-Stärke hat einen hohen Bedarf an Chemikanten“, weiß Berthold Lammers vom Betriebsrat. In den nächsten zehn Jahren könne man hier jeweils sechs bis acht Ausbildungsplätze besetzen. Ziel des Unternehmens sei es auch 20 Prozent über den eigenen Bedarf auszubilden. Im vergangenen Jahr habe man sogar 13 Ausbildungsstellen für Chemikanten besetzen wollen, aber es habe nur insgesamt sechs Bewerbungen auf diese Plätze gegeben, berichtet Betriebsrat Lammers.

Im Unternehmen weiß man auch um die Nachteile des Berufes des Chemikanten wie der Vier-Schicht-Betrieb rund um die Uhr und auch an Wochenenden. Doch mit den dafür fälligen Zuschlägen lasse sich auch ein Bruttoeinkommen von rund 3500 Euro erzielen, wirbt Berthold Lammers.

 

Informationen über den Beruf des Chemikanten gibt die Emsland-Stärke in Schulen und auf Ausbildungsmessen. Auch Frauen können in diesem Bereich arbeiten.

 

http://www.emsland-group.de/karriere/ausbildung

 

Julia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

             Auch für Frauen attraktiv kann der Beruf der Chemikantin sein. Julia Dening hat eine Ausbildung bei der Emsland Group absolviert. Sie ist in der Produktion tätig, nimmt Qualitätsmessungen vor und stellt Anlagen ein.