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umwelttechnik

Der Start war ein Forschungsprojekt im Hamburger Hafen bei der METHA (MEchanical Treatment of HAbour Sediments). Wie in den meisten Häfen der Welt muß das Hafenbecken ständig ausgebaggert werden, um die Mindesttiefe für die Überseeschiffe des Hafenbeckens sicherzustellen. Der Schlick wird aus dem Hafenbecken gesaugt oder gebaggert. Anschließend wird dieser Schlick in den meisten Fällen auf offener See verklappt, d.h. er wird einfach im Meer in dafür vorgesehene Areale entsorgt.

 

Die Hamburg Port Authority hat mit der METHA einen anderen Weg beschritten.

 

Da das Elbewasser in der Vergangenheit sehr stark mit Schadstoffen aller Art belastet war, wird der Schlick aufbereitet und deponiert und zwar so, dass zukünftige Generationen an diesen deponierten Schlick gelangen können, um sogenanntes Urban Mining betreiben zu können, denn der Schlick enthält u.a. Kupfer und seltene Erden, die zurzeit nicht wirtschaftlich gewonnen werden können. In der Zukunft kann dieser deponierte Schlick möglicherweise eine wertvolle Ressource darstellen.

 

Um den Schlick zu entwässern wurden polymere Flockungsmittel eingesetzt. Hier haben die METHA, das CUTEC – Institut und die Emsland-Group stärkebasierte, kationische Flockungsmittel entwickelt, die bei der Vorkonditionierung und bei der Entwässerung des Schlicks auf Kammerfilterpressen eingesetzt werden.

 

Am 01. Januar 2017 soll die neue Düngemittelverordnung in Kraft treten. Die neue DÜMV sieht vor, daß nur noch synthetische Polymere eingesetzt werden dürfen, die in zwei Jahren zu mindestens 20 % abgebaut werden, sofern der konditionierte Klärschlamm in die landwirtschaftliche Verwertung geht.

 

Hier haben stärkebasierte Flockungsmittel einige, aus unserer Sicht, Vorteile:

 

  • Die Flockungsmittel werden auf der Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt, was CO2 – emissionsmindernd und ressourcenschonend ist
  • Die Wertschöpfung erfolgt regional durch Landwirte. Die landwirtschaftlichen Flächen werden seit Jahrzehnten für den Anbau von Stärkekartoffeln genutzt. Diese Sorten sind spezielle Züchtungen für die Produktion von Stärke, sind aber GMO – frei.
  • Die Rohstoffversorgung ist durch langfristige Verträge mit unseren Landwirten gesichert. Da der Rohstoff aus der Region kommt, ist eine mittelfristige Preisstabilität gesichert.
  • Endliche Ressourcen, langfristig gesehen steigende Preise und die negativen Auswirkungen der Nutzung fossiler Rohstoffe auf das Klima fördern/fordern den Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Durch die Substitution fossiler Rohstoffe können nachwachsende Rohstoffe einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele Deutschlands und der Europäischen Union leisten. Ein weiterer effizienter und nachhaltiger Ausbau des Biomasseanteils an der Rohstoffversorgung in Deutschland ist von Seiten der Bundesregierung vorgesehen.

 

In unseren modernen Forschungs- und Entwicklungslaboren haben wir bereits unsere ersten Produkte Emfloc KC 750, Emfloc KCG 750 sowie Emfloc ECG 750 bis zur Marktreife gebracht.

 

Weitere Produkte befinden sich in der Erprobung und werden derzeit intensiv auf ihre Eignung geprüft und getestet, so dass in naher Zukunft ein breiteres Produktportfolio aus kationischen und anionischen Flockungshilfsmittel für die Umwelttechnik zur Verfügung stehen wird.

 

Aufgrund der positiven Praxisversuche im Hamburger Hafen und auf kommunalen Kläranlagen werden die Bereiche Klärschlammaufbereitung sowie Gülle- und Gärrestbehandlung als künftige Märkte im Bereich Umwelttechnik im Rahmen der Emsland Group Strategie stark fokussiert.

 

In erfolgreichen Praxisversuchen auf der METHA-Anlage im Hamburger Hafen hat die Emsland Group kationische Kartoffelstärken eingesetzt. Diese stärkebasierten Flockungsmittel sind biologisch abbaubar und den polymeren Flockungsmitteln (pFM) auf Basis von Acrylamid technisch ebenbürtig und ökologisch klar überlegen.